Erster Tag mit Andrè Bertel

Nach etwa fünf Stunde Autofahrt sind wir gestern gegen 20:30 Uhr in Ahrensburg bei Hamburg angekommen. Am Dojo wartete bereits einer der ersten Übernachter und ich hatte die Gelegenheit beim Aikidotraining zuzuschauen. Ich habe ja bereits das ein oder andere Mal erwähnt, dass sollte ich noch einmal die Lust und Zeit haben, eine neue Kampfkunst zu erlernen, Aikido eine meiner Favoriten ist.

Ich muss sagen, so ein eigenes Dojo ist schon toll. Allerdings bin ich nicht so der große Fan von Matten.

Das Training begann zu meiner großen Freude erst um 11 Uhr. So blieb genug Zeit, gemütlich zu Frühstücken und ein paar der anderen Übernachtenden etwas besser kennenzulernen.

Zu Beginn wurden wir nach der Begrüßung und ein paar einleitenden Worten und Fakten (120 Teilnehmer, 12 Nationen) nochmals nachdrücklich darauf hingewiesen, dass Andrè Bertel hartes Budokarate betreibt und lehrt und wir uns genau überlegen sollen, ob wir uns als Präsentationspartner zur Verfügung stellen wollen. Diese Warnung hat sich als sehr sinnvoll herausgestellt 🙂 .

„Wer budo kann,  kann auch Sport aber nicht umgekehrt.“

Auch Sensei André selbst ließ von Anfang an keinen Zweifel daran aufkommen, wo seine Prioritäten liegen. Dabei gab es gelegentlich den ein oder anderen dezenten Seitenhieb in Richtung Sportkarate.

Während in der ersten Trainingseinheit wurden in erster Linie Grundlagen behandelt, aber bereits hatte ich so meine Probleme mit den schnellen 360°-Wendungen in Shizentai. In der zweiten Einheit ging es dann unter anderem bereits um Muchimi, einem Prinzip, dass für mich größten Teils Neuland darstellt. Es ist faszinierend, wie effektiv ein geschleuderter Haito-Uchi sein kann, ohne dass dabei viel Kraft eingesetzt werden muss.

Erste Trainingseinheit

  1. Choku-Zuki (Hikite kleinen Finger nach oben, nicht ziehen sondern Ellenbogen an Körper pressen, keine Lücke)
  2. Choku-Zuki langsam + schnell
  3. Partnertraining: P1: Gyaku-Zuki aus Kiba-Dachi,  P2 Nagashi-Uke aus Kiba-Dachi (nahe)
  4. Gyaku-Zuki +Kizami-Zuki (Hüfte)
  5. 360°-Wendung Choku-Zuki (auf dem Ballen, nicht der Ferse)
  6. gerade + 45° + 360° Choku-Zuki
  7. Springen in Zenkutsu-Dachi (aus Shizentai, aus Hocke, aus Seiza)
  8. Gyaku-Zuki – Expansion in zwei Richtungen: Boden (Ferse) und Gegner
  9. Partnertraining: beide Gyaku-Zuki + P1: Gyaku-Zuki, P2: Kiri-Kaeshi Block + Oi-Zuki
  10. Partnertraining: Gyaku-Zuki zu den Rippen vorderes Bein korrekt in Angriffslinie in den Gegner rein (Gleichgewicht brechen durch Zug am Arm + Fege)

Zweite Trainingseinheit

  1. Age-Uke (Ellenbogen am Körper, erst am Ende drehen – nach Aufnahme)
  2. Soto-Uke (nach vorn, nicht von außen nach innen, Ellenbogen an der Hüfte)
  3. Gedan-Barai (Block mit Faustrücken, wie Uraken)
  4. Sabaki (Ippon-Ken, mit Zuki stoppen)
  5. Muchimi (Heito locker auf Brust, Rücken, inneren Oberschenkel)
  6. Meikyo – Dreieckssprung
  7. Stoppen mit Mae-Geri (gedan, chudan und jodan)
  8. Stoppen mit Mawashi-Geri (Sabaki)

Key-Points

  • Mae-Geri starten mit Zehenanziehen
  • Hikite – kleinen Finger etwas nach oben drehen, Ellenbogen an Körper pressen
  • Ferse am Boden
  • Drehung meistens über die Ferse (in Bewegungsrichtungen)
  • Bei Soto-Uke in Kokutsu-Dachi – Kopf zum Gegner ausgerichtet festigt den Block (Latissimus)
  • Powerleg (supporting leg) & Kerileg

 

Bilder mit Menschen 🙂 sind auf der geschützten Bilderseite zu finden.