Schnelligkeit und Kime

Nachdem ich nun weiß, warum ich zu langsam angreife habe ich überlegt, wie ich Schnelligkeit und Kime am besten Trainieren könnte. Die App React (https://engsergiu.github.io/React/) hat mich dabei auf die Idee gebracht, meine Reaktionszeiten zu messen. Da ich React die aber schlecht am Makiwara benutzen kann, ohne ständig den Screen erneuern zu müssen 😉 habe ich mich inspirieren lassen und selbst was gebastelt.

Tusch – Tata die Kime-App ist da :).

Na sagen wir ich habe zunächst einmal einen Proof-of-Concept gebastelt der bereits recht gut funktioniert. Die App wartet zwischen 0 und 5 Sekunden, gibt dann ein Signal und misst die Zeit bis der Beschleunigungssensor den Einschlag meldet.

In den nächsten Wochen werde ich das ganze mal hübsch machen und noch ein paar Features wie

  • Erfassung und Auswertung der gemessenen Zeiten
  • Trainingsplan
  • Einstellungen

einbauen.

Wer Tester spielen möchte – einfach Bescheid geben.

 

PS. Ja, ich war in der letzten Woche natürlich trainieren, hatte aber keine Lust zum Bloggen.

Lehrgang mit Fritz Oblinger

Zum zweiten Mal in diesem Jahr war ich heute bei Fritz Oblinger in Chemnitz. Bereits im Februar empfand ich das Training als sehr wertvoll und auch dieses Mal war das nicht anders.

Besonders schön war, dass wir in einer größeren Gruppe zum Lehrgang gefahren sind. Früher war ich karatetechnisch sehr oft alleine unterwegs. Und obwohl man so gut wie immer auf bekannte Gesichter triff, macht es so bedeutend mehr Spaß.

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Das Training war ähnlich aufgebaut wie beim letzten Mal – eine gute Mischung aus Kihon und Partnerübung im ersten Teil sowie Kata und Kata-Bunkai im zweiten Teil. Fritz hat bei vielen Kontertechniken gezeigt, wie sich deren Wirkung drastisch verstärkt, wenn die entsprechenden Vitalpunkte getroffen werden. Nicht selten kam Fritz bei mir vorbei um das genauer zu demonstrieren 😉 . Als Kata wurde Heian Yondan und Nijushiho geübt. Letztere gehört nicht unbedingt zu meinen Lieblingskatas aber deren Anwendung hat trotzdem viel Spaß gemacht. Das lag nicht zuletzt an meinem guten Trainingspartner.

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Gut gefallen hat mir auch, dass Wert auf Kontakt und wirkungsvolle Techniken gelegt wurde. Und auch das Thema Schnelligkeit durch Instabilität, das Sensei Naka beim 9. Berlin Special angesprochen hatte war Thema („Reinfallen“ in den Kizami-Zuki).

Nach 4,5 Stunden Training (mit Pause) ging es zum Abschluss gemeinsam in die Gaststätte.

= Ein rundum schöner Tag =

Bilder gibt es später auf der separaten Bilderseite.

Kobudo, Wankan und schleifende Handtechniken

Diese Woche war sehr abwechslungsreich. Am Montag ging es wie üblich mit dem Dantraining los. Hier haben wir ausnahmsweise einmal nicht Karate trainiert, sondern einige Grundtechniken des Langstockkampfes erlernt. Offensichtlich gab es vor vielen Jahren in unserem Verein mal einen Kobudomeister, und einige der alten Hasen haben damals noch bei ihm traininert. Das Ganze hat viel Spaß gemacht – meine Unterarme sind heute noch grünlich-blau.

Am Mittwoch war ich wieder einmal zum Training in Weinböhla eingeladen. Dieses mal ging es um Sanbontechniken und die Kata Wankan. Ich war an dem Tag ziemlich geschafft und muss zugeben, dass es mich einiges an Überwindung gekostet hat, nach der Arbeit nicht nach Hause zur Couch zu fahren 🙂 . Aber wie immer hat sich der Besuch sehr gelohnt. Eine interessante Sequenz aus dem Kihonteil war Mae-Geri + Oi-Zuki + Gyaku-Zuki, wobei der Oi-Zuki genau beim Zurückschnappen des Mae-Geris erfolgte – ein ungewohnter Bewegungsablauf, der koordinativ überraschend anspruchsvoll erschien. Stephan aus dem Dojo in Weinböhla hat mir wieder einmal sehr deutlich gezeigt, dass ich zu steif – und damit langsam bin. Das ist zunächst einmal etwas deprimierend, zeigt aber, dass hier weiteres Verbesserungspotential liegt.

Beim heutigen Freitagstraining habe ich mit meiner Gruppe einen kleinen Katamarathon veranstaltet. Nachdem wir nun drei Wochen Heian Yondan geübt haben, war es an der Zeit auch die anderen Heiankatas wieder aufzufrischen.

In meiner eigenen Einheit stand heute das Thema schleifende Handtechniken und Hikite auf dem Plan. Das kam mir gerade recht, habe ich doch neulich beim 9. Berlin Special entdeckt, dass ich manches Mal statt eines geraden Zukis einen kleinen Bogen schlage, weil der Ellenbogen nicht an der Hüfte ist.

Bis jetzt war diese Woche Trainingstechnisch also sehr facettenreich. Morgen fahre ich mit einigen Leuten nach Chemnitz zu Fritz Oblinger.

Montagstraining – Kontakt

Das heutige Dantraining hat sich stark am Stil von André Bertel orientiert – peitschende Bewegungen (Muchimi) und vor allem Kontakt.

Gerade letzteres kommt manches Mal etwas zu kurz, spürt man doch gerade erst beim (leichten) Treffen, ob der Zuki wirklich stabil ist. So richtig toll das aber nur bei chudan 😉 und so habe ich jetzt leider einen etwas lockeren vorderen Schneidezahn (alles OK).

Sehr schöne Übungen heute waren das Stoppen mit Kizami-Zuki mit anschließendem Wurf und überlaufener Gyaku-Zuki. Und natürlich kam auch der von mir inzwischen sehr geliebte peitschende Haito-Uchi zum Einsatz.

Zum Abschluss gab es noch etwas Kata:

  • Kanku Dai
  • Tekki Shodan

Freitagstraining – Hüftvibration bei Tekki Shodan

Eigentlich wollte ich heute mit meiner Gruppe wieder am Thema Distanzgefühl und Koordination arbeiten. Wegen der Vorarbeit meines Trainerkollegen am Dienstag habe ich aber kurzfristig auf Heian Yondan umgeschwenkt und bin ablauftechnisch ganz gut durchgekommen. In den nächsten Wochen werden wir hier an den Details arbeiten und die ursprünglich geplante Trainingseinheit steht dann am nächsten Freitag an.

In meiner eigenen Einheit stand Hüftvibration auf dem Programm und das war wirklich anstrengend – weniger für die Muskeln, aber für den Kopf. Normalerweise laufen die entsprechenden Bewegungsabläufe automatisiert ab, aber in dieser Trainingseinheit ging es darum, jedes Detail jeder einzelnen Bewegung ganz bewusst auszuführen – und das ist zu dieser Uhrzeit doch eine Herausforderung 🙂 .

Dienstagstraining – Heian Yondan

Nach dem großartigen Wochenende musste ich heute einfach zum Training gehen. Da mein Trainerkollege keine Unterstützung benötigte, konnte ich seit langer Zeit wieder einmal zwei Einheiten trainieren – wunderbar.

Thema waren Heian Yondan und entsprechendes Kata-Bunkai.

Nun bin ich bekanntermaßen beim Thema Kata-Bunkai immer etwas skeptisch und absolut kein Freund vom „Umbauen der Kata damit das Bunkai passt“. Entsprechend hatte ich da so meine Befürchtungen. Die meisten heute geübten Anwendungen passen aber ziemlich gut in den unveränderten Ablauf. Besonders gefallen hat mir die Interpretation der erste Sequenz, in der der Uchi-Uke blockt und der andere Arm einen Haishu-Uke zum Kopf des Angreifers ausführt. Auch das Stoppen des Gegners mit Sen-no-Sen-Yoko-Geri statt des Blockens mit dem Uraken-Uchi hat sehr gut funktioniert.

Die Idee, Doppelblöcke auch mal als zwei Techniken (Block und Konter) aufzufassen – Gedan Juji-Uke als Gedan-Barai und Gedan-Tate-Zuki oder Morote-Uke als Uchi-Uke und Ura-Zuki – passt noch in meine Vorstellung von

Die Kata darf nicht verändert werden

Und während ich schon das ein oder andere Mal erlebt habe, dass sich auf das Treffen von Kyushupunkten verlassen wird, sind Gedan-Barai und Gedan-Tate-Zuki auf den Vitalpunkt + Uchi-Uke und Ura-Zuki immernoch effektiv, auch wenn man den Punkt nicht trifft oder der Gegner eine dicke Hose trägt.

Alles in allem – wieder ein schönes Training.

9. Berlin Special – Tag Drei

Heute war nun bereits der letzte Tag des 9. Berlin Specials mit Sensei Naka und Risto. Und heute kann ich mich wohl nicht mehr um etwas mehr Prosa drücken 🙂 .

Zunächst aber die Mitschrift.

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Erste Trainingseinheit bei Risto Kiiskilä

  • Belasten und benutzen
  • Kizami-Zuki + Soto-Uke + Gyaku-Zuki
    • einzeln
    • Schwerpunkt auf Körperverschiebung
    • kumiteartig mit verschiedenen Partnern
  • Atmung:
    • Einzelne Technik: „Hä“
    • Zwei einzelne Technik: „Hä Hä“
    • Zusammengezogene Techniken: „Hä-Hä“
  • Ellenbogen an der Hüfte
  • Hikite mit dem Ellenbogen statt Faust
  • „Die Füße müssen funktionieren“
  • Suri-Ashi – „Ein Meter ist Standart – weniger als ein Meter ist etwas ganz Besonderes“
  • lockeres Randori

 

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Abschlusstrainingseinheit bei Tatsuya Naka

  • Tekkikombination als Kihonübung
    • Schritt von Shuto-Uke jodan + Gyaku-Mawashi-Empi
    • Schritt vor Gedan-Barai + Gyaku-Zuki
    • Schritt zurück Uchi-Uke + Manji-Uke + Tate-Uraken (Ura-Zuki)
    • Yoko-Geri gedan + Age-Uke & Gyaku-Zuki
    • Ashi-Barai & Soto-Uke + Doppelfauststoß
  • Tekkikombination zusammenhängend
  • Tekki Shodan
    • Nutzen von Instabilität -> Budo (schnellerer Start als aus stabiler Stellung)
    • Mawashi-Empi / Gedan-Barai: Expansion auf einer Seite, Kompression auf Zielseite)
    • Kagi-Zuki dicht am Körper, Endposition ähnlich Uchi-Uke (Schulterblatt)
    • Stellungen auf einer Linie sind stärker in Angriffsrichtung (Zenkutsu-Dachi früher nicht so breit)
  • Sanbon-Zuki – wie gestern aber Rhythmus: 1 – Pause – 2 – 3
  • Partnerübungen mit Gürtel (Schlagen von oben, unten und den Seiten): Körper schnell und effizient benutzen (schnell raus und wieder rein)
  • Budo
    • Bauchatmung statt Brustatmung (Angreifen wenn der Gegner ausatmet – Gegner sieht es nicht wenn der Brustkorb sich nicht bewegt)
    • Bewegungen nicht ankündigen (Kein Zucken, keine Schulterbewegung, etc. – nicht auf den Gegner und den Angriff konzentrieren sondern auf sich selbst)

Résumé

Was soll ich sagen, ich war ja bereits vom 8. Berlin Special im Jahr 2014 hellauf begeistert. Genauso ist es mir auch dieses Jahr wieder ergangen – mit dem Unterschied, dass ich dieses Mal nicht alleine hier war, sondern mehreren guten Freunden begleitet wurde.

Die Sorgen, die ich mir wegen meines Knies im Vorfeld gemacht habe sich als gänzlich unbegründet herausgestellt. Trotzdem habe ich mich mit dem Bein etwas zurückgehalten.

Das Training war gewohnt großartig. Während sich bei Sensei Risto alles um Beinarbeit und Gewichtsverlagerung drehte, ging es bei Sensei Naka dieses Mal erstmals nicht in erster Linie um die Hüfte sondern, um das Thema Expansion vs. Kontraktion. Das ist für mich ein spannender grundlegender Ansatz, den ich zumindest in der Heian Nidan bereits genau so in meiner Trainingsgruppe vermittelt habe. Im Abschlusstraining hat er uns dann auf beeindruckende Art und Weise demonstriert, was für Ihn der Unterschied zwischen Budo und Sport ist.

Auch das ganze Drumherum wie Übernachtung, Verpflegung, Unterhaltung haben sehr gut funktioniert. An dieser Stelle geht ein großes Dankeschön an das Bushido Dojo in Berlin und die unzähligen Helfer!

Zusammengefasst – Das waren drei sehr lohnende und lehrreiche Tage.

Bis in zwei Jahren 🙂

Bilder vom Lehrgang gibt es auf der geschützten Bilderseite.

9. Berlin Special – Tag Zwei

Wie gestern gibt es hier auch heute nur meine Mitschriften.

Erste Einheit – Tatsuya Naka

  • Koordination: normal laufen + Zuki, Ukes, Mae-Geris, Yoko-Geris, Ushiro-Geris
  • Passgang (Schulter bewegt sich scheinbar  nicht)
  • Expansion vs. Kontraktion (Zuki jodan vs. chudan)
  • Angriffe mit verschiedenen Rhythmen:
    • Kizami-Zuki + Gyaku-Zuki + überlaufener Gyaku-Zuki
    • Kizami-Zuki + Gyaku-Zuki + Ashi-Barai + überlaufener Gyaku-Zuki
    • Kizami-Zuki + überlaufener Gyaku-Zuki + Gyaku-Zuki
    • Kizami-Zuki + überlaufener Gyaku-Zuki am Kopf vorbei + Wurf
  • Heian Nidan – Bunkai (Uchi-Uke + Arm greifen + in Mae-Geri reinziehen
  • Bassai-Dai

Zweite Einheit – Risto Kiiskilä

  • Hüftkippimpuls beim Angriff
  • Abdrücken mit dem hinteren Bein und sinken über das Standbein beim Angriff
  • Abdrücken mit dem vorderen Bein beim Block (nicht anziehen)
  • Gewichtsverlagerung bei Suri-Ashi
  • „Altes finnisches Sprichwort: Je schneller man unterwegs ist, desto eher ist man zu Hause. Hab ich mir selbst ausgedacht“
  • „Elegant – mit g nicht mit f“
  • Seitliche Ausweichbewegung um näher an den Gegner zu kommen („Nase gleiche Distanz, Bein näher“)

9. Berlin Special – Tag Eins

Der erste Tag des diesjährigen Berlin Special mit Sensei Naka und Kiiskilä ist Geschichte. Meinem Knie geht es erstaunlich gut, obwohl ich mich nicht sehr zurückgehalten habe.

Nach reichlich Abendbrot und Pflaumenwein in gemütlicher Runde habe ich jetzt beim besten Willen keine Lust mehr, eine Zusammenfassung zu schreiben 😉 – hier gibt es deshalb heute nur meine Mitschriften. Prosa folgt vielleicht morgen.

Erste Trainingseinheit bei Risto Kiiskilä

  • Gewichtsverlagerung
  • Hüfte verschieben statt drehen
  • Ellenbogen an der Hüfte
  • Übergang zur nächsten Technik Körper ranziehen statt Schulter, Arm und Hüfte zurück
  • Oberkörper eilt dem Unterkörper voraus
  • Gedan-Barai + Gyaku-Gedan-Barai + Soto-Uke + Gyaku-Zuki
    • Bei Gyaku-Gedan-Barai Fuß zurück
    • Bei Soto-Uke Hüfte zurück
  • Shuto-Uke + Jori-Ashi (Mawate) + Jori-Ashi (Mawate) + Wendung über den Rücken
  • Shuto-Uke + Jori-Ashi (Mawate) + Jori-Ashi (Mawate) + Wendung über den Rücken mit Ushiro-Geri

Zweite Trainingseinheit bei Tatsuya Naka

  • Expansion vs. Kontraktion (zusammen mit Kippen der Hüfte)
  • Zuki:
    • Jodan – Expansion
    • Chudan – Kontraktion
  • Mae-Geri:
    • Anziehen – Kontraktion
    • Rückziehen – Expansion
  • Mae-Geri-Kombi: Mae-Geri hinten absetzen + Schritt vor Mae-Geri vorn absetzen + Mae-Geri hinten absetzen
  • Mae-Geri-Zuki-Kombi:
    • Oi-Zuku + Mae-Geri hinten absetzen + Gyaku-Zuki
    • Oi-Zuki + Gyaku-Zuki + Mae-Geri hinten absetzen + Gyaku-Zuki (Armwechsel beim Keri)
    • Oi-Zuki + Gyaku-Zuki + Mae-Geri hinten absetzen dabei Zuki vor Absetzen + Gyaku-Zuki
  • Heian Nidan:
    • Kompression vs. Expansion
    • mit jeweils nur einer Hand
  • gleicher Arm gleiches Bein – bei rechtem Arm Fokus auf rechtes bei (Gyaku und Oi)

Bilder vom Lehrgang gibt es bald auf der geschützten Bilderseite.