Vor dem 9. Berlin Special

Nach fast zwei Wochen Ruhe geht es meinem Knie deutlich besser. Es ist zwar noch nicht wieder komplett in Ordnung, aber für das morgen beginnende 9. Berlin Special mit Sensei Naka und Risto muss es einfach reichen. Ich hab jedenfalls reichlich Schmerzgel, -tabletten und Kühlgel eingepackt :).

Das heutige Training habe ich aber noch nicht mitgemacht. Meine Gruppe, aus der am Dienstag ein paar wirklich gute Leute ihren ersten grünen Strich bzw. grünen Gürtel erkämpft haben, wurde von mir mit einer tollen Koordinationsübung beglückt, die ich mir vom Gasshuku-Training bei Markus Ruess mitgenommen habe.

Morgen geht es nach Berlin 🙂 .

9. Berlin Special – Tag Eins

Der erste Tag des diesjährigen Berlin Special mit Sensei Naka und Kiiskilä ist Geschichte. Meinem Knie geht es erstaunlich gut, obwohl ich mich nicht sehr zurückgehalten habe.

Nach reichlich Abendbrot und Pflaumenwein in gemütlicher Runde habe ich jetzt beim besten Willen keine Lust mehr, eine Zusammenfassung zu schreiben 😉 – hier gibt es deshalb heute nur meine Mitschriften. Prosa folgt vielleicht morgen.

Erste Trainingseinheit bei Risto Kiiskilä

  • Gewichtsverlagerung
  • Hüfte verschieben statt drehen
  • Ellenbogen an der Hüfte
  • Übergang zur nächsten Technik Körper ranziehen statt Schulter, Arm und Hüfte zurück 
  • Oberkörper eilt dem Unterkörper voraus
  • Gedan-Barai + Gyaku-Gedan-Barai + Soto-Uke + Gyaku-Zuki
    • Bei Gyaku-Gedan-Barai Fuß zurück
    • Bei Soto-Uke Hüfte zurück
  • Shuto-Uke + Jori-Ashi (Mawate) + Jori-Ashi (Mawate) + Wendung über den Rücken 
  • Shuto-Uke + Jori-Ashi (Mawate) + Jori-Ashi (Mawate) + Wendung über den Rücken mit Ushiro-Geri 

Zweite Trainingseinheit bei Tatsuya Naka

  • Expansion vs. Kontraktion (zusammen mit Kippen der Hüfte)
  • Zuki:
    • Jodan – Expansion
    • Chudan – Kontraktion
  • Mae-Geri:
    • Anziehen – Kontraktion
    • Rückziehen – Expansion
  • Mae-Geri-Kombi: Mae-Geri hinten absetzen + Schritt vor Mae-Geri vorn absetzen + Mae-Geri hinten absetzen
  • Mae-Geri-Zuki-Kombi:
    • Oi-Zuku + Mae-Geri hinten absetzen + Gyaku-Zuki
    • Oi-Zuki + Gyaku-Zuki + Mae-Geri hinten absetzen + Gyaku-Zuki (Armwechsel beim Keri)
    • Oi-Zuki + Gyaku-Zuki + Mae-Geri hinten absetzen dabei Zuki vor Absetzen + Gyaku-Zuki
  • Heian Nidan:
    • Kompression vs. Expansion
    • mit jeweils nur einer Hand
  • gleicher Arm gleiches Bein – bei rechtem Arm Fokus auf rechtes bei (Gyaku und Oi)

Bilder vom Lehrgang gibt es bald auf der geschützten Bilderseite.

9. Berlin Special – Tag Zwei

Wie gestern gibt es hier auch heute nur meine Mitschriften.

Erste Einheit – Tatsuya Naka

  • Koordination: normal laufen + Zuki, Ukes, Mae-Geris, Yoko-Geris, Ushiro-Geris
  • Passgang (Schulter bewegt sich scheinbar  nicht)
  • Expansion vs. Kontraktion (Zuki jodan vs. chudan)
  • Angriffe mit verschiedenen Rhythmen:
    • Kizami-Zuki + Gyaku-Zuki + überlaufener Gyaku-Zuki
    • Kizami-Zuki + Gyaku-Zuki + Ashi-Barai + überlaufener Gyaku-Zuki
    • Kizami-Zuki + überlaufener Gyaku-Zuki + Gyaku-Zuki
    • Kizami-Zuki + überlaufener Gyaku-Zuki am Kopf vorbei + Wurf
  • Heian Nidan – Bunkai (Uchi-Uke + Arm greifen + in Mae-Geri reinziehen
  • Bassai-Dai

Zweite Einheit – Risto Kiiskilä

  • Hüftkippimpuls beim Angriff
  • Abdrücken mit dem hinteren Bein und sinken über das Standbein beim Angriff
  • Abdrücken mit dem vorderen Bein beim Block (nicht anziehen)
  • Gewichtsverlagerung bei Suri-Ashi
  • „Altes finnisches Sprichwort: Je schneller man unterwegs ist, desto eher ist man zu Hause. Hab ich mir selbst ausgedacht“
  • „Elegant – mit g nicht mit f“
  • Seitliche Ausweichbewegung um näher an den Gegner zu kommen („Nase gleiche Distanz, Bein näher“)

9. Berlin Special – Tag Drei

Heute war nun bereits der letzte Tag des 9. Berlin Specials mit Sensei Naka und Risto. Und heute kann ich mich wohl nicht mehr um etwas mehr Prosa drücken 🙂 .

Zunächst aber die Mitschrift.

gruppenbildristo

Erste Trainingseinheit bei Risto Kiiskilä

  • Belasten und benutzen
  • Kizami-Zuki + Soto-Uke + Gyaku-Zuki
    • einzeln
    • Schwerpunkt auf Körperverschiebung
    • kumiteartig mit verschiedenen Partnern
  • Atmung:
    • Einzelne Technik: „Hä“
    • Zwei einzelne Technik: „Hä Hä“
    • Zusammengezogene Techniken: „Hä-Hä“
  • Ellenbogen an der Hüfte
  • Hikite mit dem Ellenbogen statt Faust
  • „Die Füße müssen funktionieren“
  • Suri-Ashi – „Ein Meter ist Standart – weniger als ein Meter ist etwas ganz Besonderes“
  • lockeres Randori

 

gruppenbildnaka

Abschlusstrainingseinheit bei Tatsuya Naka

  • Tekkikombination als Kihonübung
    • Schritt von Shuto-Uke jodan + Gyaku-Mawashi-Empi
    • Schritt vor Gedan-Barai + Gyaku-Zuki
    • Schritt zurück Uchi-Uke + Manji-Uke + Tate-Uraken (Ura-Zuki)
    • Yoko-Geri gedan + Age-Uke & Gyaku-Zuki
    • Ashi-Barai & Soto-Uke + Doppelfauststoß
  • Tekkikombination zusammenhängend
  • Tekki Shodan
    • Nutzen von Instabilität -> Budo (schnellerer Start als aus stabiler Stellung)
    • Mawashi-Empi / Gedan-Barai: Expansion auf einer Seite, Kompression auf Zielseite)
    • Kagi-Zuki dicht am Körper, Endposition ähnlich Uchi-Uke (Schulterblatt)
    • Stellungen auf einer Linie sind stärker in Angriffsrichtung (Zenkutsu-Dachi früher nicht so breit)
  • Sanbon-Zuki – wie gestern aber Rhythmus: 1 – Pause – 2 – 3
  • Partnerübungen mit Gürtel (Schlagen von oben, unten und den Seiten): Körper schnell und effizient benutzen (schnell raus und wieder rein)
  • Budo
    • Bauchatmung statt Brustatmung (Angreifen wenn der Gegner ausatmet – Gegner sieht es nicht wenn der Brustkorb sich nicht bewegt)
    • Bewegungen nicht ankündigen (Kein Zucken, keine Schulterbewegung, etc. – nicht auf den Gegner und den Angriff konzentrieren sondern auf sich selbst)

Résumé

Was soll ich sagen, ich war ja bereits vom 8. Berlin Special im Jahr 2014 hellauf begeistert. Genauso ist es mir auch dieses Jahr wieder ergangen – mit dem Unterschied, dass ich dieses Mal nicht alleine hier war, sondern mehreren guten Freunden begleitet wurde.

Die Sorgen, die ich mir wegen meines Knies im Vorfeld gemacht habe sich als gänzlich unbegründet herausgestellt. Trotzdem habe ich mich mit dem Bein etwas zurückgehalten.

Das Training war gewohnt großartig. Während sich bei Sensei Risto alles um Beinarbeit und Gewichtsverlagerung drehte, ging es bei Sensei Naka dieses Mal erstmals nicht in erster Linie um die Hüfte sondern, um das Thema Expansion vs. Kontraktion. Das ist für mich ein spannender grundlegender Ansatz, den ich zumindest in der Heian Nidan bereits genau so in meiner Trainingsgruppe vermittelt habe. Im Abschlusstraining hat er uns dann auf beeindruckende Art und Weise demonstriert, was für Ihn der Unterschied zwischen Budo und Sport ist.

Auch das ganze Drumherum wie Übernachtung, Verpflegung, Unterhaltung haben sehr gut funktioniert. An dieser Stelle geht ein großes Dankeschön an das Bushido Dojo in Berlin und die unzähligen Helfer!

Zusammengefasst – Das waren drei sehr lohnende und lehrreiche Tage.

Bis in zwei Jahren 🙂

Bilder vom Lehrgang gibt es auf der geschützten Bilderseite.